En flânant à travers les « Ventine » - de Asti à Viatosto

Asti, ein Ausflug in die Vororte: von Asti nach Viatosto

Städtische Routen

En flânant à travers les « Ventine » - de Asti à Viatosto
Ein Besuch Astis ist auch außerhalb der Stadt möglich, denn der Kreis Asti hat einen weiten Radius von rund 10-15 km, relativ selten für italienische Verhältnisse, und umfasst viele Dörfer und Ortsteile, die einst unabhängig waren und durch die Gründung der Provinz Asti (1935) in die „neue“ Hauptstadt eingemeindet wurden. Die Einwohner Astis nennen diese Orte „Ventine“, was nicht etwa von „venti“, d.h. zwanzig, stammt. Der Begriff leitet sich von dem Wort „vicinia“ ab, das im Mittelalter den kleinsten Siedlungskern bezeichnete.

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Asti hat also einen Gürtel offenes Land. Wir entwerfen keine gemeinsame Tour für alle „Ventine“, denn sie sind kein organisches System, sondern oft uralte, abgelegene Ansiedlungen. 

Die dritte Route führt uns auf dem Corso Alessandria aus Asti und nach Quarto, das in eine Ober- und eine Unterstadt geteilt ist, mit einer Pfarrkirche, die dem Aussichtshügel beinah gegenüber liegt. Hier wird ein kurioser Palio degli Asini veranstaltet, ein Eselsrennen wie in Alba, Cocconato und Calliano Monferrato, das sich über das edle Pferderennen Astis lustig macht. Die Einwohner versichern, dass ihr Palio mindestens seit dem 18. Jahrhundert belegt ist.

Wir fahren zurück in Richtung Asti und biegen rechts von der Staatstraße ab nach Castiglione. Der Ort wurde wahrscheinlich von den Franken gegründet und zählt mit einer schriftlichen Erwähnung aus dem Jahr 899 zu den ältesten „Ventine“. Der Ort stellte für Asti wohl eine regelrechte Schutzburg dar und erlitt daher im Lauf der Jahrhunderte zahlreiche Zerstörungen. Von der Burg ist nichts mehr zu sehen, dafür aber die erste Pfarrkirche (15. Jh.) direkt außerhalb des Orts in Richtung Asti.

Am 2. Januar, dem San-Defendente-Tag, feiert man hier das stimmungsvolle Fest der „Fagiolata“ (Bohnensuppe), die einst an die Armen ausgegeben wurde, in Hochachtung des Wunsches eines gewissen Guglielmo Baldissero, der bei den Kanonikern einen Wechsel bezahlte, und darum bat, dass nach seinem Tod jedes Jahr eine Messe in seinem Gedenken gefeiert und den Armen eine emina (eine Handvoll) Bohnen gegeben würde. Das war im 13. Jahrhundert und noch heute wird diese Tradition befolgt.

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Castiglione führt uns in die Wildnis. Der vorherrschende Wald macht gemeinsame Sache mit den rauen, schwierigen Hügeln, die sich schlecht bewirtschaften lassen. Nur wenige Kilometer entfernt formen die Weinberge von Portacomaro eine ganz andere Landschaft. Wir fahren bergab in Richtung Asti und biegen rechts ab nach Caniglie, ein nur aus wenigen, verstreuten Häusern bestehendes Bauerndorf. Wir befinden uns nun auf der Staatstraße nach Moncalvo und Casale Monferrato.

Der bevölkerte Ortsteil Portacomaro Stazione hat außer seinen hervorragenden Weinbauern nichts zu bieten. Valmaggiore hingegen ist wieder ein lieblicher, sehr grüner Ort, mit vielen Pferden und zahlreichen schönen Häusern. Das gilt auch für Valgera, das wir nun passieren, um nach Valmanera zu gelangen. Hier ist die gleichnamige, ehemalige Kartause ein Muss. Sie war, neben dem von Azzano, eines der wichtigsten Klöster des Astigiano. Zum Teil von Napoleon zerstört bewahrt sie noch einen Flügel des ursprünglichen Vierecks und bleibt ein bedeutendes Bauwerk des Astigiano.

Im Gebäude hat die unglaubliche Gobelinmanufaktur Arazzeria Scassa ihren Sitz, mit angeschlossener Restaurationswerkstatt und Museum. Sie wurde 1957 vom legendären Ugo Scassa gegründet, der einer der besten Gobelinhersteller der Welt war.

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Von Valmanera fahren wir gemütlich hinauf nach Viatosto und erreichen die herrliche Kirche Maria Ausiliatrice. Dieses dreischiffige, romanische Schmuckstück wurde bereits 1194 erwähnt und seine ältesten Elemente stammen aus dem 13. Jahrhundert. Bei den letzten Restaurierungsarbeiten sind große Teile der ursprünglichen Fresken aus dem 14. Jahrhundert ans Licht gekommen. Nun kann man die Pfarrkirche von Viatosto wieder in ihrer wahren Pracht bewundern.

Die Kirche ist auch eine rare Schatzkammer: eine wunderschöne Madonnenstatue aus Holz (14. Jh.) in der Nische der Apsis, eine Holztafel mit der „Madonna delle Ciliegie“ (Madonna der Kirschen), 14. Jh., und die bemalte, aus einem einzigen Sandsteinblock gehauene Figurengruppe „Incoronazione delle Beata Vergine Maria“ (Krönung der Seligen Jungfrau Maria), 15. Jh. Der Kirchplatz, den man auch zu Fuß von Asti erreichen kann, ist ein schöner Aussichtspunkt über die Stadt und die Hügel der „Ventine“.

Text von Pietro Giovannini
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