panorama monferrato

Die Romanik von San Damiano D‘Asti

San Damiano d‘Asti wurde 1275 gegründet und ist ohne Zweifel das beste Beispiel für eine villa-nova Astis. Das schachbrettartige Ortszentrum ist in zehn Häuserblocks unterteilt, zum Großteil noch immer von den Bastionen eingeschlossen, und reich an überraschenden Palazzos, Kirchen und Kunstwerken (Route: San Damiano d’Asti, ein Schachbrett am Borbore).

 

Aber das Umland ist sogar noch interessanter mit den zahlreichen Ortsteilen, die mit Burgen und Schlössern (Torrazzo und Lavezzole), Palazzos und Villen mit historischen Gärten und Kirchen romanischen Ursprungs (San Giulio und San Pietro) aufwarten.

Nun geht es im Zickzack durch einige Bauerndörfer: Antignano (kleine Friedhofskirche romanischen Ursprungs), Revigliasco (schon mit Blick auf den Tanaro) und Celle Enomondo (im wahrsten Sinn des Wortes ein „Weinkeller des reinen Weins“!). Dann streifen wir die Vororte Astis: Vaglierano, Variglie (beide aussichtsreich und waldig) und Revignano. Wir erreichen nun das aussichtsreiche Dorf Tigliole, wo sich das Osservatorio Ornitologico Astigiano befindet. Ein Muss ist die kleine Landkirche San Lorenzo (11./12. Jahrhundert).

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Diese romanische Kirche zählt zu den mehr als 80 sakralen Gebäuden, die zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert zumeist auf dem offenen Land oder an Friedhöfen errichtet wurden. Es sind einfache Giebeldachgebäude aus Sandstein, Stein und Ziegeln. Wir befinden uns auf der Via Francigena, dem Frankenweg, eine Bezeichnung für verschiedene Pilgerrouten, die von England und Frankreich nach Rom führten. Auf dem Weg von einem Kloster zum nächsten dienten die Landkirchen als Wegweiser und Unterkunft für die Pilger.

 

Es geht an Baldichieri d’Asti vorbei nach Castellero, das von Esskastanienwäldern und Haselnusshainen umgeben ist und ein schönes Schloss mit einem seltenen rautenförmigen Turm besitzt. Von hier kann man einen kurzen Abstecher nach Villafranca d’Asti (bedeutende Pfarrkirche Sant’Elena del Castellamonte) und Cantarana machen, und dann weiterfahren nach Maretto und Roatto (schönes, privates Schloss). Es folgt Monale, das gleich mit zwei privaten Schlössern aufwartet: das weiße „La Bastita“ mit dem schlanken Turm, und das massige, rote „der Scarampi“. Es lohnt sich, durch die steilen Gassen und an historischen Häusern vorbei zu bummeln. Die Landschaft ist „wilder“ und vermittelt eine Vorstellung, wie das Monferrato den Reisenden im Mittelalter erschienen sein mag, zwischen Gefahren und Aberglaube der einfachen Bevölkerung: Im benachbarten Cortandone wird die Festa delle Masche (Hexenfest) veranstaltet und lässt die Legenden über Hexen und Waldgeister aufleben.

 

Danach erwartet uns Cortazzone, ein mittelalterlicher Ort mit einem schönen Schloss, den man nur zu Fuß erkunden kann, mit dem Hügel von Mongiglietto und der Kirche San Secondo, einem romanischen Meisterwerke des Astigiano. Hier können wir entlang der drei Kirchenschiffe und der Außenwände „sprechenden Steine“ bewundern, die durch Tiere und Fruchtbarkeitssymbole von der Natur und dem Leben erzählen. Die nahe gelegenen, kleinen Dörfer Soglio und Viale bieten private Schlösser und bezaubernde Landschaften, in denen unzählige weitere Dörfer des Monferrato zwischen waldigen Höhen hervorlugen.

 

Und schon wartet Montafia, von dessen mächtiger Burg nur noch die Bastionen erhalten sind, mit gleich zwei schmucken, romanischen Friedhofskirchen auf: die Kirche San Martino mit einigen Fresken des Heiligen (15./16. Jh.) und die überraschende Kirche San Giorgio im Ortsteil Bagnasco, wo sich auch ein Stadttor und die Ruinen der Burg befinden. Die dreischiffige Kirche mit drei Apsiden wird nur vom natürlichen Licht, das durch die wenigen, einbogigen Fenster scheint, erleuchtet und das Hängewerk des Giebeldachs ist sichtbar. Einige spätgotische Fresken, die einen Teil der Apsiden verzieren, verstärken den Zauber.

 

Weiter geht es nach Capriglio, einem winzigen Dorf und Geburtsort von Margherita, der Mutter Don Boscos. Das Dorf ist auch für seine „herzförmigen“ Paprika berühmt. Sowohl die Pfarrkirche San Martino als auch die gleichnamige Friedhofskirche haben romanische Züge bewahrt.

 

Wir finden uns in der Ebene wieder, in Buttigliera d’Asti, auf dem Pianalto von Asti, Teil des Hochplateaus von Turin und vor rund 5 Millionen Jahren „Strand“ des prähistorischen Meeresarms der Adria. Hier erwarten uns eine weitere schöne, romanische Friedhofskirche, die wieder einmal dem Heiligen Martin gewidmet ist, die vom Architekten Vittone entworfene Kirche San Michele Arcangelo und der 52 Meter hohe Kirchturm seines Schülers Quarini.

Nacheinander streifen wir die Dörfer Crivelle (Heimat des berühmten „blonden Huhns von Villanova“), San Paolo Solbrito mit der bedeutsamen Pfarrkirche und dem romantischen, sehr gut erhaltenen Burgdorf, Dusino San Michele mit romanischen Spuren in der Pfarrkirche und zwei Schlössern, und schließlich Valfenera mit dem schönen, mittelalterlichen Glockenturm Cioche Mocc.

 

Im Rücken unseres imaginären Strands liegt Villanova d’AstiNomen est omen – mit seiner hübschen Altstadt, der bemerkenswerten Pfarrkirche San Martino im romanisch-lombardischen Stil, mit zwei Gemälden des Moncalvo, sowie die romanische Kirche San Pietro mit einem Fresko der Schule des Giotto und zwei weiteren Bildern des Moncalvo. Das ehemalige Franziskanerkloster (nun Palazzo De Robertis) weist Laubengänge des Klosters mit einer neugotischen Fassadenrückwand auf. Der Stadtturm erhebt sich über der Altstadt und die beiden Bicocche genannten, kuriosen Türme auf dem offenen Land wachen über den Ort.

 

Zwischen den bestellten Feldern finden wir das alte Dorf Corveglia. Die einst mächtige Propstei wurde zuerst in ein Schloss, dann in einen landwirtschaftlichen Betrieb umgewandelt und erstrahlt nun seit den 1990er Jahren wieder in alter Pracht.

 

Von Valfenera geht es schnurgerade zurück nach San Damiano d‘Asti, vorbei an Ferrere (Route: Roero von Canale). Wir befinden uns wieder in der prähistorischen Adria, die heute ein wunderschönes Hügelmeer ist.

 

Text von Pietro Giovannini

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ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Abfahrt
San Damiano d'Asti
Via Roma
14015
Italien
Ankunft
San Damiano d'Asti
Via Roma
14015
Italien
Typologie
Schleife
Distanz
148 km

ZUGÄNGLICHKEIT

Along the way:

Point of interest along the way

Abfahrt:
San Damiano d'Asti
Via Roma
14015 Asti
Italien
Ankunft:
San Damiano d'Asti
Via Roma
14015 Asti
Italien

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