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Das Roero von Canale

Canale ist der größte Ort des Roero, der einzige, der fast vollständig von Weinbergen umgeben ist. Er liegt an der Kreuzung verschiedener Täler und ist ein Verkehrsknotenpunkt. Auch deshalb ist er eine sehr gute Ausgangsbasis, um das östliche Roero, zwischen den Flüssen Borbore und Tanaro, zu erkunden.

 

Das Städtchen hat den Grundriss einer villa-nova erhalten, mit einem Teil der Stadtmauer, dem Stadtturm (heute Kirchturm von San Giovanni) und dem schönen Schloss der Malabaila mit seinem jahrhundertealten Park. Im schachbrettartig angelegten Ortskern lohnen der Besuch zweier Barockkirchen, der Pfarrkirche San Vittore und der Bruderschaftskirche San Bernardino, sowie ein Bummel unter den Laubengängen der Via Maestra und ein Besuch der Enoteca Regionale del Roero (Regional Vinothek des Roero). Canale ist auch berühmt für seine Pfirsiche und für den ausgezeichneten Obst- und Gemüsemarkt, auf dem alle traditionellen Erzeugnisse des Roero vertreten sind.

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Von Canale geht es über die alte, nach Turin führende Straße hinauf nach Montà, dem Scharnier zwischen Rocche und Pianalto, mit einem privaten Schloss und einem hohen Stadtturm. Der Ort bietet viele Überraschungen, vor allem die „Strada del Miele“, die Honigstraße. Ebenso faszinierend ist der Rundgang des kleinsten Sacro Monte des Piemonts, der der Bildstöcke. Er startet an der alten Kirche Santi Giacomo und Filippo und windet sich an Gipsstatuen und an 13 sechseckigen Kapellen vorbei hinauf zur Miniaturkopie der Grabeskirche von Jerusalem. Und dann ist da noch das sehr aktive und unerschöpfliche Ecomuseo delle Rocche (Ökomuseum der Rocche) ein echtes Antriebszentrum für grüne Rundwege, Initiativen, Aktivtourismus und die Wiederentdeckung der geschichtlichen Wurzeln des Roero.

Im Zickzack geht es nun über das Pianalto nach Cellarengo, vorbei an San Vito und dem Valle del Morto. Von Cellarengo geht es hinab nach Ferrere, das auf einem lieblichen, grünen Kamm liegt. Auch dieser Ort widmet sich der Imkerei und dem Weinbau. Erwähnenswert sind das Castelvecchio (heute Rathaus), das Castelrosso und der Aussichtspunkt von San Secondo auf dem gegenüberliegenden Hügel.

 

Jetzt führt uns eine schöne, schattige Straße durch die Wälder nach Cisterna d’Asti, dessen uneinnehmbare, befestigte Anhöhe eines der am besten erhaltenen Schlösser des Gebiets aufweist. Darin befindet sich das Museum Arti e Mestieri di un Tempo (Handwerkszünfte von einst Museum): eine wunderschöne Sammlung von Objekten aus dem 17. bis 20. Jahrhundert. Cisterna d‘Asti heißt auch der DOC-Wein, der aus den Croatina-Trauben hergestellt wird und den man in der hiesigen Bottega del Vino (Weinhandlung) probieren kann. Die Panoramastraße, die uns nun nach Canale zurückführt, zählt zu den schönsten des Roero.

 

Über San Matteo geht es in Richtung des nahe gelegenen San Damiano d’Asti (Route: Romanik von San Damiamo d‘Asti) und hinauf auf den anderen Hang des Borbore, unterhalb des Schlosses von Lavezzole vorbei nach San Martino Alfieri. Das Schloss mit dem schönen Englischen Garten des Xavier Kurten ist in Privatbesitz, aber das sich darum gruppierende, zugängliche Dorf gehört zum Großteil ebenfalls dazu. Erwähnenswert ist die Bottega del Vino (Weinhandlung) im Rathaus und das Haus von Garibaldi im Ortsteil Saracchi. In San Martino Alfieri lebte auch Giuseppe Marello, ein Sozialheiliger und Gründer der Oblaten des Heiligen Joseph.

 

Gegenüber, nur einen Steinwurf entfernt, liegt das Dorf Govone, das vom mächtigen, königlichen Schloss, Real Castello, beherrscht wird. Es war die Residenz des letzten Savoyers der Hauptlinie, Carlo Felice. Im Schloss befindet sich heute das Rathaus. Besichtigen kann man die bemerkenswerten Chinesischen Gemächer, einen eindrucksvollen Repräsentationssaal und die Prunktreppe am Eingang, mit Grotesken und Atlanten im Stil Juvarras. Schön sind auch der Rosengarten und die Aussichtsterrasse über den ehemaligen Reitställen mit Blick über das Dorf

 

Vorbei an San Pietro geht es nach Priocca mit der sehenswerten romanischen Pfarrkirche San Vittore und dem Wine Experience Museum. Dann geht es hinab in das hübsche, kleine Tal in Richtung Castellinaldo. Das kleine Dorf zeichnet sich durch seinen stimmungsvollen, mittelalterlichen Ortskern aus, der mit dem Schloss der Damiano abschließt, durch die Weinberge, die hier dem Barbera den Vorrang vor dem Arneis geben - ein Besuch der dynamischen Bottega del Vino (Weinhandlung) lohnt sich - durch die kuriose Tradition der „Bocce Quadre“, ein Spiel mit quadratischen Boccia-„Kugeln“, und vor allem durch die Landkirche San Servasio (Fresken von 1581), die auf der Grenze zu Vezza d’Alba und Castagnito liegt.

 

Auf Nebenstraßen geht es nach Magliano Alfieri, das vom mächtigen, auf das Valle Tanaro blickenden Schloss der Alfieri di Sostegno beherrscht wird. Heute befindet sich hier das Rathaus, das schöne Museo Arti e Tradizioni Popolari (Museum der Handwerke und Volksbräuche), in dem man die für die Gegend zwischen Roero und Monferrato typischen Gipsdecken bestaunen kann, und das multimediale Museum Teatro del Paesaggio (Theater der Landschaft). Schön ist der Aussichtspunkt, der ganz oben in den Schlossgärten eingerichtet wurde.

 

Ein weiterer, wunderschöner Ort für luftige Kontemplation ist das nahe gelegene Castagnito, dessen oberer Teil, wo einst das Castel Verde stand, noch immer die Täler des Tanaro und des Borbore beherrscht. Schön ist die seltsam geneigte Barockkirche San Bernardo di Chiaravalle in Richtung San Giuseppe.

 

Von hier aus über den Höhenrücken nach Guarene geht es erneut über eine zauberhafte Panoramastraße. Die Landschaft zieht vor dem Schloss der Provana vorbei, einem herrlichen Barockpalast, der auf den Ruinen der Burg der Roero erbaut wurde und heute in Privatbesitz ist. Den steil über dem Tal des Tanaro, direkt gegenüber von Barbaresco (Route: Langa von Barbaresco), angelegten Italienischen Garten sollte man sich nicht entgehen lassen. Das Dorf ist sehr hübsch mit seinen engen, vom Schloss herab oder von der Provinzstraße herauf kommenden Sträßchen, die sich auf dem Platz treffen, an dem die stattliche Kirche Santissima Annunziata (mit zwei Gemälden des Moncalvo) steht, sowie die Pinacoteca Comunale del Roero (Gemeindepinakothek des Roero) und das bemerkenswerte Rathaus, das Herz des Orts. Erwähnenswert ist auch der schöne Palazzo Re Rebaudengo, heute eine Künstlerresidenz und Sitz zeitgenössischer Ausstellungen der Fondazione Sandretto. Die zeitgenössische Kunst kann man dank „FlatEarth Visa“ auch im Freien bewundern. 

 

Unsere Route führt uns durch den Ortsteil Madernassa, nach dem die begehrte, bevorzugt in Wein gekochte Birne benannt ist, dann hinab zum Fluss Borbore und wieder hinauf zum letzten Hügeldorf Vezza d’Alba. Das hiesige Museo Naturalistico del Roero (Naturkundemuseum des Roero) ist hilfreich, um die Kenntnisse über die Flora und Fauna des Biotops der Rocche zu vertiefen. Der Lehr-Trüffelhain erinnert uns an die wahre Berufung dieser Zone. Von der ehemaligen Burg ist nur noch ein Teil des Turms erhalten, der aber einen schönen Blick über das obere Roero bietet. Interessant ist die barocke Bruderschaftskirche der Battuti, heute als San Bernardino bekannt. Die Wallfahrtskirche Madonna dei Boschi ist ein Muss. 

 

Die schöne Via di Val Rubiagno bringt uns durch Wälder, Weinberge und Maisfelder zurück nach Canale.

 

Text von Pietro Giovannini

 

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Roero

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ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Abfahrt
Canale
Via Roma
12043
Italien
Ankunft
Canale
Via Roma
12043
Italien
Typologie
Schleife
Distanz
78 km

ZUGÄNGLICHKEIT

Along the way:

Point of interest along the way

Abfahrt:
Canale
Via Roma
12043 Cuneo
Italien
Ankunft:
Canale
Via Roma
12043 Cuneo
Italien

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