chiesa San Nazario panorama

Die Romanik von Montechiaro D’asti

Montechiaro d’Asti ist eine „Neustadt“, die Asti am 13. März 1200 gründete. Es liegt auf einer Anhöhe zwischen dem Val Rilate und dem Valle Versa, die es beide kontrollierte, und ist umgeben von Burgdörfern, die das Wesen der Landschaft des Monferrato ausmachen.

 

Wir betreten den Ort durch das alte Stadttor mit dem mächtigen Stadtturm (13. Jh.). Das Rathaus befindet sich in einem Festen Haus, die Kirche San Bartolomeo stammt aus dem 14. Jahrhundert und die Pfarrkirche Santa Caterina ist barock. Dann sind da noch drei barocke Schmuckstücke: die Bruderschaftskirchen Sant’Anna und Santissima Annunziata und die Kapelle Sant’Antonio Abate. In aussichtsreicher Lage steht die stattliche Kirche Sant’Antonio da Padova.

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Außerhalb des Ortes liegen die beiden ältesten Kirchen. Santa Maria Assunta steht in Piesenzana im Norden des Orts und zählt zu den ersten des Gebiets (wahrscheinlich vor dem 11. Jh. erbaut) und bewahrt noch einen Teil des kleinen Landfriedhofs. Die Pfarrkirche San Nazario e Celso im Nordosten ist von Kuhweiden umgeben und blickt vom Hügel von Mairano auf das Valle Versa. Sie ist ein Meisterwerk der Romanik des Astigiano. Sie ist sehr klein, steht aber neben einem hohen Glockenturm mit eleganten, zweibogigen Fenstern (ähnlich wie der von Santa Maria del Piano in Neive, Route: die Langa von Barbaresco). Sich abwechselnde Sandsteinquader und Terrakottaziegel schaffen ein herrliches Farbenspiel. Kostbar sind die Details und Verzierungen der Fassade, während der Innenraum kahl ist. Der Ortskern des benachbarten Villa San Secondo bildet die alte Vorburg nach, wo nun die barocke Pfarrkirche den Platz der Burg eingenommen hat. Der darunter gelegene Platz mit dem Rathaus und der neugotischen Kirche Madonna delle Grazie ist sehr harmonisch. Corsione ist ein weiteres, kleines Bauerndorf. Erwähnenswert ist die kleine Kapelle S. Maria dell’Aniceto romanischen Ursprungs, ein schöner Aussichtspunkt inmitten der Weinberge. Cossombrato bewahrt das mächtige, private Schloss der Pelletta, dessen mittelalterliche Elemente im 17. Jahrhundert ergänzt wurden. Die ruhige Bauernlandschaft ist hier noch intakt und man kann sie bei einer Fahrt über die kleinen Nebenstraßen genießen.

Wir queren das Val Rilate und erreichen Chiusano, wo wir die romanische Architektur in der kleinen, von Weinbergen umgebenen Landkirche Santa Maria wiederfinden. Weiter geht es nach Settime, mit dem privaten, ehemaligen Schloss der Roero in klassischer Hufeisenform, die im 18. Jahrhundert durch einen Italienischen Hängegarten und eine überdachte Prunktreppe aufgelockert wurde. Überreste von Fresken in den Apsiden (14./15. Jh.) finden wir sowohl in der kleinen Kirche Sant’Antonio Abate, als auch in der Friedhofskirche San Nicolao, die ein feines Beispiel der Romanik ist, vor allem wegen der steinernen Verzierungen der Apsis.

Wir erreichen Cinaglio, das „Dorf der Canestrelli“, der traditionellen Waffeln. Die Kapelle San Felice ist eine angenehme Überraschung: Neben den romanischen Bauelementen bewahrt dieses Kirchlein aus dem 12. Jahrhundert bemerkenswerte Fresken des 15. Jahrhunderts mit einem herrlichen Christus in der Mandorla über den zwölf Aposteln. Eine Kuriosität: Im Ort gibt es ein kleines Zen-Kloster.

Von Cinaglio fährt man in das Naturschutzgebiet des Valle Andona (Route: Parks des Monferrato) mit dem kuriosen Picknickplatz der Gorghi, natürlichen Brunnen für das Rösten von Hanffasern, oder man fährt weiter nach Camerano Casasco. Die Natur zwischen den Rocche aus gelbem Sand und den duftenden Robinienwäldern wird wilder.

Der Name des Orts vereint zwei Dörfer. Eins ist Camerano, mit dem Palazzo Balbo (17. Jh.), in dem Cesare Balbo wohnte, der den Patrioten Silvio Pellico zu Gast hatte, noch bevor dieser sich in Murisengo und Barolo aufhielt. Sehenswert ist auch das öffentliche Backhaus. Das andere ist Casasco, ein aus der Zeit gefallenes Dorf, das vom mächtigen Schloss der Asinari beherrscht wird, ein beeindruckender Anblick. Hübsch sind die elliptische Kirche San Paolo und die alte, kleine Kirche San Bartolomeo, die romanische Spuren aufweist.

Von Casasco können wir nach Soglio (Route: die Romanik von San Damiano d‘Asti) abbiegen oder die Festung der Roero in Cortanze erreichen, die die Wasserscheide des Val Rilate bewacht. Das V-förmige, spektakuläre Schloss zeichnet sich durch zwei runde, auskragende Türme und einen mächtigen Wachturm aus. Die Pfarrkirche mit der schönen, barocken Holztäfelung hütet ein wertvolles Votivbild von 1643, das das Ende der in Manzonis Roman erwähnten Pest feiert. An der benachbarten, reich ausgestatteten Bruderschaftskirche Santissima Annunziata verdeckt die strenge Ziegelfassade die unerwarteten Ursprünge des 14. Jahrhunderts, mit gotischen Gewölben und Überresten von Fresken in der Apsis.

Mit wenigen Kurven geht es vorbei an Maisfeldern und Weiden hinab in Richtung Piea. Das Dorf wird von einem enormen Schloss (18. Jh.) beherrscht, in dem regelmäßig Antiquitäten versteigert werden. Schön ist der Park mit einem hübschen, geometrischen Garten. Seinen gastronomischen Ruhm verdankt Piea den köstlichen Kürbissen.

Weiter geht es in das „Dorf der Minze“, Piovà Massaia, dessen Name dem Kardinal Guglielmo Massaja huldigt, dem legendären Missionar in Äthiopien, der auch Ingenieur, Arzt und Diplomat war. Werk des Benedetto Alfieri, neben Guarini und Juvarra einer der Schöpfer des piemontesischen Barocks, ist die stattliche Pfarrkirche Santi Giorgio e Pietro auf dem Grundriss des Griechischen Kreuzes, mit einem herrlichen Kirchturm und stilvollen, zierlichen Innenräumen.

Am Ortseingang sind die Mauern der bedeutenden Kirche San Martino di Castelvero erhalten, die eine seltene Doppelapsis aufweist.

An Carboneri vorbei geht es ins Valle Versa, einen der lieblichsten Landstriche der Provinz.

Es erwartet uns das schönste Schmuckstück unserer Route, das auf einem Hügel liegende Montiglio Monferrato. Das beachtliche Schloss spiegelt viele der militärischen Ereignisse wider. Ursprünglich im 13. Jahrhundert errichtet wurde es fast das ganze 15. Jahrhundert hindurch wieder aufgebaut und im 18. Jahrhundert in einen Adelssitz umgebaut. Innen befinden sich prächtige Salons, furchteinflößende Kerker und die Kapelle Sant’Andrea mit einigen der interessantesten Gemälde des Monferrato des 14. Jahrhunderts, wie der Zyklus über das Leben Christi. Hohe, steile Böschungen, Prunktreppen, Terrassen und ein entzückender Irrgarten aus Buchsbaum und Lorbeer vervollständigen die Anlage.

Im Ort schauen 57 Sonnenuhren hervor, jede mit einem lateinischen Motto: ein Freilichtmuseum, das das Talent des Sonnenuhrenbauers Mario Tebenghi feiert, eines wahren Künstlers der „Zeit“.

Aber das Meisterwerk erwartet uns am Friedhof, wo seit dem 12. Jahrhundert die Pfarrkirche San Lorenzo steht. Sie ist nüchtern und Ende des 19. Jahrhunderts wurden anstelle der drei Kirchenschiffe Kapellen eingebaut, um das gewagte Tonnengewölbe zu stützen, das das ursprüngliche Hängewerk ersetzte. Wie in Cortazzone (Route: die Romanik von San Damiano d‘Asti) erzählen die Kapitelle mit ihren frühchristlichen Symbolen von der Feier der Natur und dem authentischen, mittelalterlichen „Dürsten nach Gott“ in all seinen Ausdrucksformen. 

Über die Kammstraße erreichen wir das winzige Cunico. Von der Burg sind nur die Kerker erhalten. Nennenswert sind die Friedhofskirche Santa Maria Assunta und die abgelegene Kirche San Martino, ein Überbleibsel des verschwundenen Dorfes Ponengo. Beide weisen romanische Spuren auf, wurden aber später umgebaut.

Montiglio Monferrato hat in den letzten Jahrzehnten viele Orte eingemeindet: Colcavagno besitzt ein Schloss und die romanische Kirche Santi Vittore und Corona. Scandeluzza ist der Ort des großen Bildhauers Alessandro Lupano. Hier steht die romanische Kirche Santi Sebastiano und Fabiano, die in der Apsis wunderschöne Fresken aus dem 15. Jahrhundert bewahrt. Rinco hat gleich zwei Schlösser, einen Turm aus dem 11. Jahrhundert und einen kleinen, traumhaft schönen Ortskern.

Die Rundtour führt uns zurück zur Provinzstraße, bis zum Ortsteil Reale, von wo es wieder hinauf nach Montechiaro d’Asti geht. Der Kirchturm von San Nazario schaut schon aus den Hügeln hervor und begrüßt uns zurück.

 

Text von Pietro Giovannini

 

 

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ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Abfahrt
Montechiaro d'Asti
Via Gerardi
14025
Italien
Ankunft
Montechiaro d'Asti
Via Gerardi
14025
Italien
Typologie
Schleife
Distanz
71.3 km

ZUGÄNGLICHKEIT

Along the way:

Point of interest along the way

Abfahrt:
Montechiaro d'Asti
Via Gerardi
14025 Asti
Italien
Ankunft:
Montechiaro d'Asti
Via Gerardi
14025 Asti
Italien

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